[Rezension] Humboldt & der weiße Tod - Jana Thiem
Endlich Feiertag! Kriminalhauptkommissar Humboldt freut sich darauf, am
Tag der Deutschen Einheit in der Sächsischen Schweiz klettern zu gehen.
Weit kommt er allerdings nicht, denn eine Tote am Elbufer in der Nähe
des Blauen Wunders macht seine Pläne
zunichte. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denkt er. Doch auch daraus
wird nichts, da wenig später zwei Frauen als vermisst gemeldet werden.
Je tiefer Humboldt in den Fall einsteigt, umso klarer wird ihm, dass
sich der Mörder seine Opfer ganz gezielt ausgesucht hat. Und dass ihm
nicht mehr viel Zeit bleibt. Notgedrungen geht er einem Tipp der
lästigen Boulevard-Journalistin Christin Weißenburg nach, die ihm durch
ihre eigenwillige Recherche wieder einmal einen Schritt voraus zu sein
scheint. Doch dann verschwindet die nächste junge Frau und das Motiv des
Entführers wird für Humboldt immer rätselhafter.
Ein paar Gedanken zum Buch
Ich wollte das Buch unbedingt lesen, da ich nur wenige Romane kenne, die in Sachsen spielen, was mich als gebürtige Herrnhuterin, die jetzt in Görlitz lebt, besonders angesprochen hat. Diese regionale Verbundenheit hat die Geschichte für mich gleich greifbarer gemacht.
Das Buch war eines der ersten, die ich auf meinem Tolino gelesen habe, und ich war überrascht, wie schnell ich es verschlungen habe. Der flüssige Schreibstil hat das Lesen wirklich angenehm gemacht. Auch das Cover gefällt mir sehr - die schattenhafte Darstellung Dresdens ist ein Hingucker und passt perfekt zur Atmosphäre des Buches.
Hauptkomissar Humboldt war mir trotz Alters- und Geschlechterunterschied sympathisch, auch wenn ich mich nicht in ihn hineinversetzen konnte. Das hat der Geschichte jedoch keinen Abbruch getan, da ich festgestellt habe, dass man sich nicht immer vollständig in die Protagonisten einfühlen muss, um die Handlung genießen zu können.
Auch die Journalistin Christin Weißenburg wurde spannend eingeführt. Die dynamische Beziehung zwischen ihr und Humboldt - das Spiel zwischen Abneigung und möglichem Respekt - fand ich besonders reizvoll. Da ich die anderen Bände der Reihe bereits gelesen habe, weiß ich, dass Christin später noch eine größere Rolle spielen wird, was mich neugierig auf ihre Entwicklung macht.
Das Ende des Buches hat mich zunächst etwas enttäuscht, da es anders war, als ich es aus anderen Krimis und Thrillern gewohnt bin. Doch im Nachhinein fand ich es realitätsnaher und authentischer, was dem Buch zusätzliche Tiefe verliehen hat.
Obwohl ich anfangs dachte, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre - vermutlich wegen meines Alters -, hat mich die Geschichte bestens unterhalten. Ich bin großer Fan von Krimis und -serien, da ist es letztlich egal, ob ich der "typische" Leser bin.
Von mir gibt es jedenfalls eine ganz klare Leseempfehlung!
Band 2 - Humboldt & der tiefe Fall
Band 3 - Humboldt & der kalte See
Band 4 - Humboldt & der letzte Lauf
Die Autorin: Jana Thiem
Jana Thiem, in Görlitz geboren und im Zittauer Gebirge aufgewachsen, war
schon immer von ihrer Lieblingsstadt Dresden fasziniert. Kein Wunder
also, dass hier ihre schriftstellerischen Wurzeln liegen. Nach 20 Jahren
kehrt sie nun wieder in ihre Heimat zurück, auch, um den Verbrechen um
Humboldt und Co. noch näher auf der Spur sein zu können. Wenn sie nicht
schreibt, arbeitet sie als selbstständige Webdesignerin.
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