[Rezension] Die geheimnisvolle Bäckerei in der Rue de Paris - Evie Woods

Die geheimnisvolle Bäckerei in der Rue de Paris von Evie Woods

Manchmal reicht der Duft von frischem Brot in der Vorstellung, um uns an einen Ort zu tragen, den wir noch nie betreten haben – und der sich trotzdem wie Zuhause anfühlt. Die geheimnisvolle Bäckerei in der Rue de Paris ist genau so eine Geschichte.

Eine Geschichte voller leiser Magie, verborgener Erinnerungen und Menschen, die auf Umwegen genau dort landen, wo sie sein sollen. Bevor ich euch erzähle, warum mich dieses Buch so tief berührt hat, kommt hier erst einmal der Klappentext:

Die geheimnisvolle Bäckerei in der Rue de Paris Cover

Eingebettet in die Kopfsteinpflasterstraßen von Compiègne gab es eine Bäckerei, die ihresgleichen suchte.

Gerüchte gingen durch die Stadt, dass das Gebäck einen Hauch von Magie biete und die dunkelsten Sorgen vertreiben würde. Schon ein Bissen eines Croissants kann Glück bringen, eine kostbare Erinnerung erschließen oder verborgene Sehnsüchte offenbaren.

Aber dunkle Wolken zogen am Horizont auf …

Edie Lane benötigt für das Rezept „Katastrophe“ nicht besonders viele Zutaten. Eine ungesunde Portion Wunschdenken und eine Prise Verzweiflung – und so lässt sie in Irland alles hinter sich, um ihren Traumjob in einer Bäckerei in Paris zu bekommen. Nur dass die Bäckerei nicht in Paris ist – und Edie auch nicht.

Vielleicht ist es nicht der Ort, an dem Edie sein wollte. Doch schon bald merkt sie: Es ist genau der Ort, an dem sie sein muss …

Zwischen Mehlstaub und Magie

Mein drittes Buch von Evie Woods und ich glaube, ich bin endgültig verloren. Mit jeder Geschichte wächst meine Liebe zu ihrer Art zu erzählen. Im März erscheint ihr viertes Buch und ich weiß jetzt schon: Ich werde es mir sofort holen.

Nach „Der verschwundene Buchladen“ und „Die Geschichtensammlerin“ hat mich dieses Buch noch ein Stück tiefer getroffen. Es ist nicht nur eine Geschichte. Es ist ein Ort. Eine Stimmung. Ein Flüstern zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ich habe das Hörbuch gehört und mich gefühlt, als würde ich selbst durch die Gassen von Compiègne laufen. Dieses Buch ist Magie. Nicht laut. Nicht spektakulär. Sondern leise, warm und voller Geheimnisse.

Edie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Verletzlich. Hoffnungsvoll. Ein bisschen verloren. Und gerade deshalb so echt. Ihre Sehnsucht nach einem eigenen Leben, nach einem Ort, an dem sie ankommen darf, hat mich tief berührt.

Madame Moreau bleibt zunächst kühl, die Regeln streng, der Keller verschlossen. Und man spürt: Dort unten lagert mehr als Mehl. Dort liegen Geschichten. Erinnerungen. Vielleicht sogar Schuld.

Die Rückblenden in die Zeit des Zweiten Weltkriegs geben dem Roman eine emotionale Tiefe, die unter die Haut geht. Plötzlich geht es nicht nur um Neuanfänge, sondern um Entscheidungen, die Generationen überdauern.

Dieses Buch war mein erstes Jahreshighlight. Warm und gleichzeitig voller Schatten.

Und für mich eine absolute Leseempfehlung. 🤍📚

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