Tausend Splitter zu dir – based on Lenas Story
Antonia Wesseling
Mittlerweile ist es wohl kein Geheimnis mehr, dass die Bücher aus dem Heartlines-Verlag bei mir immer ganz schnell Aufmerksamkeit bekommen. 🤍📚 Die Idee, reale Erfahrungen aufzugreifen und daraus gemeinsam mit Autor:innen Romane entstehen zu lassen, finde ich nach wie vor unglaublich spannend. Bei Tausend Splitter zu dir kam für mich allerdings noch etwas Besonderes hinzu: Lena, deren Geschichte die Grundlage für dieses Buch bildet, habe ich bereits lange vor dem Erscheinen auf Instagram verfolgt. Zu wissen, dass hinter Ellies Geschichte Erlebnisse eines Menschen stehen, den ich zumindest über Social Media schon eine ganze Weile begleite, hat das Lesen für mich noch einmal emotionaler gemacht.
Dieses Mal widmet sich Antonia Wesseling mit sexualisierter Gewalt in der Kindheit, Trauma und dem Weiterleben danach Themen, bei denen ich schon vor dem Lesen wusste, dass sie nicht leicht werden würden. Gleichzeitig erzählt die Geschichte aber auch von Liebe, Vertrauen, Gerechtigkeit und davon, wie ein Mensch Stück für Stück seinen eigenen Weg zurück ins Leben finden kann. Ich war sehr gespannt darauf, wie Antonia Wesseling mit Lenas Geschichte umgehen würde – und hatte während des Lesens mehr als einmal einen Kloß im Hals und ordentlich Wut im Bauch. ❤️🩹 Bevor ich euch erzähle, was Tausend Splitter zu dir bei mir ausgelöst hat, kommt hier aber erst einmal der Klappentext. 🤍📚
Zwischen tausend Splittern, schmerzhaften Wahrheiten und dem Mut, weiterzugehen ❤️🩹✨📚
Mittlerweile habe ich euch schon einige Bücher aus dem Heartlines-Verlag vorgestellt und vermutlich muss ich gar nicht mehr erwähnen, wie sehr ich das Konzept hinter diesen Geschichten mag. 🤍📚 Bei Tausend Splitter zu dir kam für mich allerdings noch eine Besonderheit hinzu: Lena, deren Geschichte die Grundlage für dieses Buch bildet, habe ich bereits lange auf Instagram verfolgt, bevor das Buch überhaupt bei mir eingezogen ist. Dadurch fühlte sich das Lesen für mich noch einmal persönlicher an.
Und ganz ehrlich: Es fällt mir gar nicht so leicht, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Die Geschichte hat mich an vielen Stellen mitten ins Herz getroffen, weil sie gleichzeitig schmerzhaft, ehrlich und hoffnungsvoll erzählt wird. Dabei hatte ich natürlich immer im Hinterkopf, dass hinter Ellies Geschichte reale Erfahrungen stehen. Genau dieses Wissen hat manche Szenen für mich noch schwerer gemacht und mir nicht nur Gänsehaut, sondern auch unglaublich viel Wut beschert.
Besonders hängen geblieben ist mir dabei ein Satz aus dem Buch: „Wenn du ertrinkst, ist es egal, ob du mit dem Kopf zehn Zentimeter oder zehn Meter unter Wasser bist.“ Für mich steckt darin unglaublich viel. Schmerz lässt sich nicht gegeneinander aufwiegen und niemand muss rechtfertigen, warum etwas für ihn schwer oder belastend ist.
Sexualisierte Gewalt an Kindern ist natürlich ein unglaublich sensibles und schweres Thema. Umso wichtiger fand ich die Art, wie Antonia Wesseling damit umgeht. Sie beschönigt nicht, macht aus Ellies Erfahrungen aber auch kein Mittel für möglichst viel Drama. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass Ellies Gefühle und ihre individuellen Wege, mit dem Erlebten umzugehen, im Mittelpunkt stehen. Dadurch ist das Buch emotional und teilweise wirklich schmerzhaft, ohne mich beim Lesen ausschließlich mit Hoffnungslosigkeit zurückzulassen.
Ellie selbst hat mich dabei sehr beeindruckt. ❤️🩹 Sie ist nicht einfach nur das, was ihr widerfahren ist. Sie kämpft für Gerechtigkeit, setzt sich für Menschen ein, die selbst kaum gehört werden, und versucht gleichzeitig, ihr eigenes Leben Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Ihre Stärke besteht für mich gerade nicht darin, dass sie immer stark sein muss. Sie darf verletzt sein, kämpfen, zweifeln und trotzdem weitergehen. Ich habe unglaublich mit ihr mitgefühlt und mich über jeden noch so kleinen positiven Schritt für sie gefreut.
Und dann wäre da Louis. Oh Louis. 🥹🤍 Er hat mein Herz wirklich ziemlich schnell erobert. Besonders mochte ich seine einfühlsame und ehrliche Art. Er möchte Ellie nicht „reparieren“ und ihre Vergangenheit auch nicht einfach verschwinden lassen. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass er versucht, sie mit allem zu sehen, was zu ihr gehört. Gerade bei einem so sensiblen Thema war mir dieser Umgang miteinander unglaublich wichtig.
Sehr gefallen hat mir außerdem, dass wir Ellie und Louis nicht nur in der Gegenwart kennenlernen. Durch die Rückblicke erfahren wir nach und nach mehr über ihre gemeinsame Vergangenheit und darüber, wie sie zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind. Dadurch konnte ich ihre Verbindung und viele ihrer Entscheidungen deutlich besser nachvollziehen. Auch ihre Entwicklungen fühlten sich für mich über weite Strecken authentisch und greifbar an.
Antonia Wesselings Schreibstil hat mich ebenfalls schnell in die Geschichte gezogen. Gerade bei einem Thema wie diesem braucht es für mich viel Fingerspitzengefühl, damit eine Geschichte berührt, ohne das Leid ihrer Figuren unnötig auszuschlachten. Diese Balance ist ihr für mich größtenteils sehr gut gelungen. Es gibt Szenen, die wehtun und wütend machen, aber gleichzeitig auch Momente voller Nähe, Hoffnung und Mut.
Ein Aspekt hat mir allerdings etwas gefehlt. Gerade weil die Geschichte auf realen Erfahrungen basiert und das Thema uns als Gesellschaft alle etwas angeht, hätte ich gerne noch mehr über die Täterseite beziehungsweise bestimmte Strukturen erfahren. Nicht, um den Tätern unnötig viel Raum zu geben, sondern weil ich es wichtig finde, darüber zu sprechen, wie sexualisierte Gewalt ermöglicht, verborgen oder von Außenstehenden übersehen werden kann. Gerade bei Kindesmissbrauch müssen wir hinsehen, zuhören und Warnsignale ernst nehmen.
Und auch gegen Ende konnte mich die Geschichte leider nicht mehr ganz so stark abholen wie zu Beginn. Während ich die ersten großen Teile des Buches als sehr intensiv und tief empfunden habe, wurde mir das Drama später etwas zu viel. Gerade einige Missverständnisse und das Hin und Her zwischen den Figuren hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Für mich ging dadurch ein kleines bisschen von der emotionalen Tiefe verloren, die das Buch zuvor so eindrucksvoll aufgebaut hatte.
Das ändert allerdings nichts daran, wie sehr mich Ellies Geschichte insgesamt beschäftigt hat. Besonders der Gedanke, dass Menschen nach traumatischen Erfahrungen nicht einfach irgendwann „wieder ganz“ sein müssen, ist mir geblieben. Heilung verläuft nicht geradlinig und Stärke bedeutet nicht, dass etwas nicht mehr wehtut. Vielleicht passt deshalb auch der Titel für mich so gut: Manchmal geht es nicht darum, dass die Splitter plötzlich verschwinden, sondern darum, Stück für Stück einen eigenen Weg mit ihnen zu finden. ❤️🩹✨
Für mich ist Tausend Splitter zu dir deshalb ein emotionales und wichtiges Buch über Trauma, Liebe, Vertrauen und den Mut, das eigene Leben zurückzuerobern. Nicht alles hat für mich bis zum Ende gleichermaßen funktioniert, aber Ellie und ihre Geschichte haben etwas in mir ausgelöst und werden mir sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben.
Gerade weil das Buch auf einer wahren Geschichte basiert, möchte ich aber auch ausdrücklich auf die Triggerwarnung hinweisen. Die behandelten Themen können sehr belastend sein und ich finde, hier darf und sollte jede Person für sich selbst entscheiden, ob und wann sie bereit für diese Geschichte ist. 🤍📚
Kommentare
Kommentar veröffentlichen