Die geheime Gesellschaft von Sarah Penner
Manche Bücher entführen einen in Welten, die zugleich geheimnisvoll und faszinierend sind. Die geheime Gesellschaft verbindet historische Atmosphäre mit spiritistischen Séancen, spannenden Ermittlungen und starken Frauenfiguren, die sich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit behaupten.
Auf dieses Buch wäre ich ohne unseren Buchclub vermutlich nie aufmerksam geworden – umso gespannter war ich darauf, ob mich Sarah Penner nach Die versteckte Apotheke erneut begeistern kann. Bevor ich euch erzähle, wie mir die Geschichte gefallen hat, kommt hier erst einmal der Klappentext. 🤍📚
|
Zwei mutige Frauen auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit |
Zwischen Séancen, Geheimnissen und der Suche nach der Wahrheit
Auf dieses Buch wäre ich vermutlich nie aufmerksam geworden, wenn wir es nicht gemeinsam im Buchclub gelesen hätten. Von Sarah Penner kannte ich bereits Die versteckte Apotheke, deshalb war ich gespannt, ob mich auch ihr zweiter Roman überzeugen würde.
Schon nach wenigen Seiten hat mich der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin wieder abgeholt. Sie schafft es, eine geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, die perfekt zur Geschichte passt. Anfangs entwickelt sich die Handlung zwar eher ruhig, doch nach und nach zieht die Spannung immer mehr an. Besonders die überraschenden Wendungen haben dafür gesorgt, dass ich meine Vermutungen immer wieder über Bord werfen musste.
Ganz so sehr wie erhofft konnte mich Die geheime Gesellschaft zwar nicht begeistern, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Es ist keine Geschichte, die von rasanter Action lebt, sondern vielmehr von ihrer besonderen Stimmung, den historischen Hintergründen und den vielen kleinen Puzzleteilen, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen.
Besonders gut gefallen hat mir die Kritik an den männlich geprägten Machtstrukturen der damaligen Zeit. Auch die Einblicke in die viktorianischen Totenrituale und die spiritistische Welt fand ich unglaublich spannend und sehr atmosphärisch beschrieben. Man merkt deutlich, wie sorgfältig die Autorin recherchiert hat.
Mit Lenna konnte ich mich schnell identifizieren. Ihre Gedanken, ihre Beweggründe und ihre Entwicklung waren für mich gut nachvollziehbar. Mit anderen Figuren bin ich hingegen nicht ganz warm geworden, weshalb mich manche Szenen emotional etwas auf Distanz gehalten haben. Umso schöner fand ich, dass auch die queere Liebesgeschichte ganz selbstverständlich ihren Platz in der Handlung findet.
Das Ende hat mich schließlich noch einmal positiv überrascht. Mit dieser Wendung hatte ich überhaupt nicht gerechnet und sie hat die Geschichte für mich deutlich aufgewertet. Gerade dadurch blieb das Buch für mich auch nach dem Zuklappen noch eine Weile im Kopf.
Wer temporeiche Spannung sucht, wird hier vielleicht nicht ganz auf seine Kosten kommen. Wer jedoch historische Romane mit einer geheimnisvollen Atmosphäre, interessanten Hintergrundinformationen und einer langsam aufgebauten Spannung mag, sollte sich Die geheime Gesellschaft durchaus einmal anschauen.
Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die atmosphärische Geschichten lieber mögen als reine Action. 🤍📚
Kommentare
Kommentar veröffentlichen