[Rezension] Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe - Astrid Lindgren: Ihr Leben ist voller Kindheit, in der Liebe muss sie nach dem Glück suchen - Susanne Lieder
Astrid Lindgren: Ihr Leben ist voller Kindheit, in der Liebe muss sie nach dem Glück suchen
Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe – Band 24
Es gibt Autorinnen und Autoren, deren Geschichten uns schon begleiten, lange bevor wir überhaupt darüber nachdenken, wer eigentlich hinter ihnen steckt. Astrid Lindgren gehört für mich definitiv dazu. Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder die Kinder aus Bullerbü sind Figuren, die ganz selbstverständlich zu meiner Kindheit gehören – doch über die Frau, die all diese Geschichten erschaffen hat, wusste ich erstaunlich wenig.
Genau deshalb hat mich Astrid Lindgren: Ihr Leben ist voller Kindheit, in der Liebe muss sie nach dem Glück suchen sofort neugierig gemacht. Wer war Astrid abseits ihrer weltberühmten Kinderbücher? Welche Erlebnisse haben sie geprägt und wie viel von ihrem eigenen Leben steckt vielleicht in den Geschichten, mit denen so viele von uns groß geworden sind? Bevor ich euch erzähle, wie mir diese besondere Reise in Astrid Lindgrens Leben gefallen hat, kommt hier erst einmal der Klappentext. 🤍📚
Zwischen Kindheitserinnerungen, Lebenswegen und der Magie ihrer Geschichten 🤍📚
Es wird wohl kaum jemanden geben, der den Namen Astrid Lindgren nicht kennt. Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, die Kinder aus Bullerbü – ihre Geschichten begleiten seit Generationen unzählige Kinder. Auch aus meiner eigenen Kindheit sind sie kaum wegzudenken. Aber während mir ihre Figuren so vertraut sind, wusste ich über die Frau hinter all diesen Geschichten erstaunlich wenig. Genau das hat mich an diesem Buch besonders neugierig gemacht.
Der Roman begleitet Astrid Lindgren in ausgewählten Abschnitten ihres Lebens zwischen 1929 und 1958. Dabei lernen wir nicht nur die spätere weltberühmte Kinderbuchautorin kennen, sondern vor allem Astrid als junge Mutter, Ehefrau, Tochter und berufstätige Frau. Und gerade dieser Blick hinter die bekannte Autorin hat mich unglaublich fasziniert.
Astrid war mir dabei vom ersten Moment an sympathisch. Besonders mochte ich, dass sie sich auch als Erwachsene ihre kindliche Seite bewahrt. Sie alberte mit ihren Kindern herum, tobte mit ihnen und begegnete ihnen auf Augenhöhe. Ihre Fähigkeit, sich in Kinder hineinzuversetzen und gesellschaftliche Vorstellungen von Erziehung zu hinterfragen, hat mich beeindruckt – und gleichzeitig versteht man dadurch noch besser, wie Figuren wie Pippi Langstrumpf entstehen konnten.
Sehr berührt hat mich auch Astrids Weg als Mutter. Schon in jungen Jahren musste sie Entscheidungen treffen, die alles andere als einfach waren. Man spürt immer wieder, wie sehr sie ihren Sohn Lasse liebt und wie sehr sie darum kämpft, ihm irgendwann das Zuhause geben zu können, das sie sich für ihn wünscht. Gerade diese Seiten ihres Lebens waren mir vorher kaum bekannt und haben mir noch einmal einen ganz anderen Blick auf sie gegeben.
Natürlich fand ich es als Leserin besonders schön mitzuerleben, wie einige ihrer berühmtesten Geschichten ihren Anfang nahmen. Dass das Geschichtenerzählen schon früh ganz selbstverständlich zu ihrem Familienleben gehörte und aus den Erzählungen für ihre Kinder irgendwann Bücher entstanden, die Generationen prägen sollten, fand ich unglaublich spannend. Immer wieder gab es kleine Momente, in denen ich dachte: „Das kenne ich!“ – und plötzlich bekommen Geschichten aus der eigenen Kindheit noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Auch Astrids Kindheit und ihre Familie nehmen ihren Platz ein. Gerade die Verbindung zu Näs und die Erinnerungen an das unbeschwerte Aufwachsen dort fand ich wunderschön. Wer die Kinder aus Bullerbü kennt, entdeckt dabei sicherlich einiges wieder. Ich mochte es sehr zu sehen, wie Erlebnisse, Orte und Menschen aus Astrids eigenem Leben später ihren Weg in ihre Geschichten gefunden haben.
Gleichzeitig zeigt der Roman aber auch, dass hinter der fantasievollen und lebensfrohen Frau ein Mensch mit Sorgen, Verletzungen und Zweifeln steckte. Besonders ihre Ehe macht deutlich, dass Astrid vieles mit sich selbst ausmachte. Diese ruhigeren und schwierigeren Seiten haben sie für mich noch nahbarer gemacht. Sie wird hier nicht nur als berühmte Schriftstellerin dargestellt, sondern als Frau mit ganz unterschiedlichen Facetten.
Was mich außerdem überrascht hat, war ihr beruflicher Weg abseits ihrer eigenen Bücher. Ich hatte vorher kaum eine Vorstellung davon, wie Astrid Lindgrens Leben vor und neben ihrer Karriere als Schriftstellerin aussah. Gerade deshalb hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, etwas Neues über einen Menschen zu erfahren, von dem ich eigentlich dachte, ihn zumindest ein bisschen zu kennen.
Susanne Lieder erzählt all das so lebendig und angenehm, dass ich nie das Gefühl hatte, eine trockene Biografie zu lesen. Genau damit hatte ich bei solchen Büchern bisher häufiger Schwierigkeiten. Hier dagegen wurde Astrid für mich richtig greifbar und ihre Welt entstand beim Lesen vor meinen Augen.
Vielleicht hat mich das Buch auch deshalb so berührt, weil Astrid Lindgrens Geschichten ganz selbstverständlich zu meiner eigenen Kindheit gehören. Pippi, Michel, Bullerbü und all die anderen Figuren waren einfach da – ohne dass ich mir als Kind Gedanken darüber gemacht hätte, wer die Frau war, die sie erschaffen hat.
Nach diesem Buch sehe ich sie ein wenig anders. Nicht mehr nur als die berühmte Kinderbuchautorin, sondern auch als Astrid: eine fantasievolle, liebevolle, starke und gleichzeitig verletzliche Frau, die sich ihre kindliche Seite bewahrt hat und deren eigenes Leben viele Spuren in den Geschichten hinterlassen hat, mit denen so viele von uns aufgewachsen sind.
Für mich war dieser Roman deshalb nicht nur interessant, sondern auch eine wunderschöne Reise zurück zu einem kleinen Stück meiner eigenen Kindheit. 🤍📚
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