[Rezension] The Chosen - Komm und sieh selbst - Jerry B. Jenkins

Komm und sieh selbst von Jerry B. Jenkins

The Chosen – Band 2

Manche Geschichten kennt man schon ein Leben lang – und trotzdem können sie einen noch einmal völlig neu berühren. Genau das gelingt der The Chosen-Reihe. Mit Komm und sieh selbst begleiten wir Jesus und seine Jünger ein Stück weiter auf ihrem Weg und erleben bekannte biblische Ereignisse aus einer überraschend menschlichen Perspektive.

Nachdem mich bereits der erste Band begeistern konnte, war ich gespannt, wie es mit der wachsenden Gemeinschaft rund um Jesus weitergeht. Bevor ich euch erzähle, warum mich auch dieser zweite Roman wieder tief bewegt hat, kommt hier erst einmal der Klappentext. 🤍📚

Dieser Roman nimmt mitten hinein in die Geschehnisse rund um Jesus und die Menschen, die ihm nachfolgen. Simon Petrus, Johannes, Matthäus und Maria Magdalena lernen den Sohn Gottes immer besser kennen. Doch Rückschläge, Missverständnisse und Streitigkeiten bleiben nicht aus. Gleichzeitig wächst die Gemeinschaft weiter: Nathanael, Philippus, Simon der Zelot und ein gewisser Judas Iskariot schließen sich ihr an – jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte.

Zwischen Zweifel, Gemeinschaft und einem neuen Blick auf Jesus

Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, sind zwar einige Monate vergangen, doch endlich habe ich auch den zweiten Roman beendet. Die zweite Staffel der Serie kannte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach, weshalb ich besonders gespannt war, wie sich die Geschichte als Roman anfühlen würde. Dass The Chosen ursprünglich als Serie entstanden ist, merkt man stellenweise, trotzdem liest sich das Buch angenehm flüssig und war für mich schnell beendet.

Besonders berührt hat mich dieses Mal der Blick auf die Menschen, die Jesus begleiten. Sie wirken nicht wie unfehlbare Vorbilder, sondern wie echte Menschen mit Zweifeln, Ängsten, Eifersucht und Fehlern. Gerade Matthäus und Maria Magdalena haben mich sehr bewegt. Ihre persönlichen Kämpfe und ihr Ringen um ihren Platz in der Gemeinschaft haben mich immer wieder nachdenklich gemacht.

Sehr gefallen hat mir außerdem, dass die Frauen selbstverständlich Teil der Geschichte sind und eine wichtige Rolle einnehmen. Ebenso spannend fand ich die Perspektiven der Gegner Jesu, die zeigen, dass hinter ihrem Handeln oft eigene Ängste und Interessen stehen. Dadurch wirkt die Geschichte noch vielschichtiger.

Jerry B. Jenkins gelingt es erneut, die bekannten biblischen Figuren lebendig werden zu lassen. Natürlich nimmt er sich erzählerische Freiheiten, doch genau das macht für mich den Reiz dieser Reihe aus. Sie möchte die Bibel nicht ersetzen, sondern Lust darauf machen, selbst wieder in ihr zu lesen. Dieses Ziel erreicht sie bei mir jedes Mal aufs Neue.

Da ich die Serie bereits vor den Büchern gesehen habe, bildet The Chosen für mich eine echte Ausnahme. Normalerweise lese ich immer zuerst das Buch. Hier empfinde ich die Romane aber als wunderbare Ergänzung, weil sie vielen Szenen zusätzliche Tiefe verleihen und manche Figuren für mich noch greifbarer gemacht haben.

Auch wenn mich die moderne Sprache oder kleinere historische Ungenauigkeiten an einzelnen Stellen kurz aus der Geschichte herausgeholt haben, hat das meinen Lesegenuss kaum geschmälert. Mir gefällt besonders, dass die Reihe einen neuen Zugang zu den bekannten biblischen Geschichten eröffnet, ohne ihren Kern aus den Augen zu verlieren.

Das Ende macht große Lust auf den nächsten Band. Ich bin schon sehr gespannt, wie Jerry B. Jenkins die Bergpredigt erzählen wird und freue mich darauf, die Reise mit Jesus und seinen Jüngern weiterzugehen.

Von mir gibt es erneut eine klare Leseempfehlung – besonders für alle, die die Serie lieben oder die biblischen Geschichten einmal aus einer neuen, sehr menschlichen Perspektive erleben möchten. 🤍📚

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