[Rezension] Der Klang des Herzens - Jojo Moyes

Der Klang des Herzens

von Jojo Moyes

Manchmal finden Bücher ihren Weg zu uns, ohne dass wir überhaupt nach ihnen gesucht haben. Genau so war es bei Der Klang des Herzens. Als ich das Buch von Jojo Moyes in einem öffentlichen Bücherregal entdeckt habe, habe ich mich riesig gefreut – schließlich lese ich ihre Geschichten immer wieder gerne und konnte so gleichzeitig meine kleine Sammlung ihrer Bücher erweitern. Natürlich durfte es direkt mit nach Hause. 🤭📚

Dieses Mal erwartet uns eine Geschichte über Verlust, einen unfreiwilligen Neuanfang und ein altes Haus, das Isabel vor so manche Herausforderung stellt. Dabei geht es aber auch darum, nach einem Schicksalsschlag wieder Vertrauen in sich selbst zu finden und das eigene Leben Stück für Stück neu aufzubauen. Ob mich Der Klang des Herzens genauso begeistern konnte wie andere Bücher von Jojo Moyes, erzähle ich euch nach dem Klappentext. 🤍📚

Der Klang des Herzens von Jojo Moyes

Klappentext

Die Konzertgeigerin Isabel Delancey hat ihr erfülltes Leben immer für selbstverständlich genommen. Doch als ihr Mann plötzlich stirbt und sie mit einem Schuldenberg zurücklässt, sind sie und ihre beiden Kinder gezwungen, ihr komfortables Haus in London zu verkaufen und aufs Land zu ziehen.

Das Anwesen, das Isabel überraschend von einem Großonkel geerbt hat, ist eine Ruine und schnell sind auch ihre letzten Ersparnisse aufgebraucht. In ihrer Verzweiflung nimmt Isabel gern die Hilfe ihres Nachbarn Matt an, ohne zu ahnen, dass dieser seine ganz eigenen Interessen verfolgt.

Während um sie herum alles zusammenzubrechen droht, muss Isabel lernen, dem Klang ihres Herzens wieder zu vertrauen. Denn man kann sich gegen das Glück entscheiden. Oder dafür.

Zwischen Neuanfang, alten Mauern und der Suche nach dem eigenen Glück 🤍📚

Ich lese die Bücher von Jojo Moyes immer wieder gerne und habe mich deshalb riesig gefreut, als ich Der Klang des Herzens ganz zufällig in einem öffentlichen Bücherregal entdeckt habe. Natürlich durfte es direkt mit nach Hause und meine kleine Jojo-Moyes-Sammlung erweitern. 🤭📚

Nach dem Lesen bin ich allerdings ein bisschen zwiegespalten zurückgeblieben. Denn wenn ich die Geschichte mit wenigen Worten beschreiben müsste, wären „bedrückend“, „frustrierend“ und teilweise sogar „ziemlich negativ“ vermutlich ganz vorne mit dabei. Und trotzdem habe ich das Buch innerhalb von gerade einmal drei Tagen verschlungen. Irgendetwas an dieser Geschichte hat mich also definitiv gepackt.

Der Einstieg fiel mir dabei unglaublich leicht. Jojo Moyes schafft es für mich immer wieder, Orte und Figuren so lebendig zu beschreiben, dass ich sehr schnell ein Bild vor Augen habe. Besonders das heruntergekommene Haus auf dem Land konnte ich mir richtig gut vorstellen und auch die besondere, teilweise etwas bedrückende Atmosphäre der Geschichte war für mich von Anfang an spürbar.

Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, was mir hier sehr gut gefallen hat. Dadurch bekommt man nicht nur Isabels Sicht auf die Ereignisse mit, sondern lernt auch die Menschen in ihrem Umfeld näher kennen. Gleichzeitig weiß man als Leser:in teilweise schon deutlich früher als Isabel, dass längst nicht jeder nur aus reiner Hilfsbereitschaft handelt. Gerade dadurch wollte ich immer weiterlesen, obwohl ich manche Entwicklungen bereits erahnen konnte.

Mit Isabel selbst hatte ich zwischendurch allerdings so meine Schwierigkeiten. Einerseits konnte ich nachvollziehen, dass sie nach dem Verlust ihres Mannes vollkommen aus ihrem bisherigen Leben gerissen wird und plötzlich mit Dingen umgehen muss, um die sie sich vorher offenbar kaum kümmern musste. Andererseits wirkte sie auf mich manchmal unglaublich weltfremd und naiv. Bei einigen ihrer Entscheidungen hätte ich sie wirklich gerne einmal geschüttelt. 🤭

Umso schöner fand ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte. Nach und nach beginnt sie, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen, Entscheidungen zu treffen und an den Herausforderungen zu wachsen. Diese Entwicklung fühlte sich für mich glaubwürdig an und hat dafür gesorgt, dass ich Isabel im Verlauf des Buches immer lieber begleitet habe.

Überhaupt wirken die Charaktere sehr menschlich. Sie haben ihre Fehler, treffen fragwürdige Entscheidungen und verfolgen teilweise ihre ganz eigenen Interessen. Gerade deshalb war die Geschichte für mich nicht unbedingt eine gemütliche Wohlfühlgeschichte. Es gibt viel Verlust, Enttäuschung, finanzielle Sorgen, zwischenmenschliche Konflikte und Momente, in denen gefühlt schon wieder das nächste Problem vor der Tür steht. Manchmal war mir diese Grundstimmung tatsächlich fast ein bisschen zu negativ.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – wollte ich ständig wissen, wie es weitergeht. Jojo Moyes erzählt so flüssig und einfühlsam, dass ich sehr schnell in einen richtigen Lesesog geraten bin. Einige Entwicklungen waren für mich zwar vorhersehbar, aber das hat meinen Lesefluss kaum gestört. Dafür haben mich die Figuren und ihre unterschiedlichen Verwicklungen viel zu sehr interessiert.

Der Klang des Herzens gehört für mich am Ende nicht zu den stärksten Büchern, die ich bisher von Jojo Moyes gelesen habe. Dafür war mir die Geschichte stellenweise etwas zu bedrückend und manches zu vorhersehbar. Gleichzeitig kann ich aber auch schlecht behaupten, dass mir ein Buch nicht gefallen hat, wenn ich es innerhalb von drei Tagen nahezu verschlinge. 🤭

Es war also vielleicht nicht mein liebster Jojo Moyes, aber trotzdem ein Roman, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Besonders Isabels Entwicklung, die lebendigen Charaktere und Jojo Moyes' gewohnt angenehmer Erzählstil haben dafür gesorgt, dass ich trotz meiner kleinen Kritikpunkte unglaublich gerne weitergelesen habe. 🤍📚

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