[Rezension] Zorn - Die Akte Heinlein - Stephan Ludwig

Die Akte Heinlein

Zorn – Band 15 von Stephan Ludwig

Es gibt Buchreihen, die einen über so viele Jahre begleiten, dass die Charaktere irgendwann fast zu alten Bekannten werden. Genau so geht es mir mit der Zorn-Reihe von Stephan Ludwig. Von keiner anderen Reihe stehen so viele Bücher in meinem Regal und kaum ein Ermittlerduo habe ich so sehr ins Herz geschlossen wie Zorn und Schröder. Umso schöner ist es, dass wir inzwischen tatsächlich schon beim 15. gemeinsamen Fall angekommen sind. 🤍📚

In Die Akte Heinlein wartet natürlich wieder ein ziemlich makabrer Fall auf die beiden – doch dieses Mal bekommt das Ermittlerteam ganz besondere Unterstützung auf vier Pfoten. Denn ausgerechnet Claudius Zorn ist auf den Hund gekommen. 🤭 Ob mich der neue Fall genauso gut unterhalten konnte wie seine Vorgänger und warum Dackel Dumbo für mich definitiv zu den Highlights gehört, erzähle ich euch nach dem Klappentext.

Die Akte Heinlein von Stephan Ludwig

Klappentext

Hauptkommissar Claudius Zorn ist auf den Hund gekommen, Dackel Dumbo weicht ihm nicht mehr von der Seite. So auch an jenem Winterabend nicht, als das Tier bei der Gassirunde im Stadtwald eine abgetrennte Männerhand aufstöbert. Sie wurde mit einem scharfen Gegenstand abgehackt, zwei Finger fehlen. Doch kein Hinweis auf die Identität des Opfers, der Mann ist spurlos verschwunden. Lebt er noch? Wird er irgendwo festgehalten, bedroht?

Zorn und seinem Kollegen Schröder lässt die Sache keine Ruhe, als die erste Spur auftaucht, gehen sie ihr nach. Bis Zorn darüber mit seiner Frau Frieda, die als Oberstaatsanwältin die Zuständigkeit für den Fall übernommen hat, in heftigen Streit gerät, und bald der Haussegen beruflich wie privat schiefhängt.

Stur wie Zorn ist, lässt er trotzdem nicht locker und findet sich schließlich vor Heinleins Delikatessengeschäft wieder. Und kurz darauf an einem Ort, wo nur eines auf ihn wartet: der Tod.

Zwischen düsteren Ermittlungen, Zorns Gemecker und einem Dackel auf Spurensuche 🐾🤍📚

Von keiner anderen Reihe stehen so viele Bücher in meinem Regal wie von der Zorn-Reihe – und vermutlich habe ich auch kaum eine andere Reihe über so viele Jahre hinweg so sehr ins Herz geschlossen. Inzwischen sind wir tatsächlich schon bei Band 15 angekommen und natürlich war für mich klar, dass ich auch bei Die Akte Heinlein wieder gemeinsam mit Zorn und Schröder ermitteln möchte. 🤍📚

Und was soll ich sagen? Auch dieses Mal habe ich mich direkt wieder unglaublich wohl mit den beiden gefühlt – sofern man das bei einem Thriller mit abgetrennten Körperteilen und jeder Menge Ärger überhaupt so sagen kann. 🤭

Zorn erinnert mich dabei tatsächlich immer wieder ein bisschen an meinen eigenen Mann. Dieses Jammern, Übertreiben und sich über wirklich alles beschweren – ich kenne das irgendwoher. 😂 Genau deshalb bringt mich Zorn aber auch nach 15 Bänden noch regelmäßig zum Lachen. Wobei man inzwischen durchaus ein bisschen Mitleid mit dem armen Mann haben darf. Was Stephan Ludwig seinem Protagonisten im Laufe dieser Reihe körperlich schon alles zugemutet hat, ist wirklich nicht mehr feierlich.

Manchmal frage ich mich tatsächlich, warum der Autor so viel Freude daran zu haben scheint, Zorn leiden zu lassen. Andererseits kann ich Stephan Ludwigs Mutter, die sich darüber wohl ebenfalls ihre Gedanken macht, beruhigen: Ich glaube, mit ihrem Sohn ist alles in Ordnung. 🤭 Schließlich lesen wir hier einen Thriller – und ohne Leichen, Verletzungen und die eine oder andere ziemlich schmerzhafte Erfahrung wäre die Sache vermutlich doch etwas langweilig.

Genau diese Verbindung aus düsterem Kriminalfall und Humor gehört für mich ohnehin zu den größten Stärken der Reihe. Ich habe bisher nur wenige Autoren gelesen, die es schaffen, einem Thriller so viel Witz zu verleihen, ohne dass dadurch die Spannung oder die Ernsthaftigkeit des Falls verloren geht. Aber genau DAS ist für mich mittlerweile einfach Zorn.

Auch Stephan Ludwigs Schreibstil trägt viel dazu bei. Manchmal habe ich beim Lesen fast das Gefühl, einen ziemlich nüchternen Bericht vor mir zu haben. Das klingt erst einmal vielleicht nicht besonders spannend, funktioniert für mich aber erstaunlich gut. Die Geschichte liest sich flüssig und schnell und zwischen all den Ermittlungen gibt es immer wieder Dialoge oder Situationen, bei denen ich grinsen oder sogar laut lachen musste.

Natürlich lebt die Reihe für mich vor allem von Zorn und Schröder. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein und funktionieren gerade deshalb so wunderbar miteinander. Sie gehen sich gegenseitig auf die Nerven, reiben sich aneinander und ergänzen sich gleichzeitig auf eine Art, die nach inzwischen 15 Bänden einfach dazugehört. Hinter all den bissigen Kommentaren und kleinen Sticheleien steckt so viel Verbundenheit und Loyalität, dass ich mir die Reihe ohne einen der beiden überhaupt nicht vorstellen könnte.

Zorn ist dabei natürlich wieder herrlich zornig, impulsiv und manchmal kaum auszuhalten, besitzt hinter seiner ganzen Grummelei aber eben auch diese verletzliche und menschliche Seite. Schröder bildet für mich weiterhin den perfekten Gegenpol und bringt mit seiner ruhigen Art, seinem Humor und seiner Loyalität genau die Wärme in die Geschichte, die sie braucht.

Mein persönliches Highlight dieses Bandes hat allerdings vier kurze Beine: Dackel Dumbo. 🥹 Schon die Vorstellung, dass ausgerechnet Zorn plötzlich auf den Hund gekommen ist, hat mich herrlich amüsiert. Dumbo fügt sich für mich wunderbar in dieses etwas ungewöhnliche Ermittlergespann ein und war mir genauso schnell sympathisch wie Zorn und Schröder. Ich hoffe wirklich, dass wir noch häufiger etwas von ihm lesen werden.

Der eigentliche Fall hat mir ebenfalls gut gefallen. Er beginnt gewohnt makaber und entwickelt sich zu einer düsteren und teilweise verstörenden Geschichte, bei der ich unbedingt wissen wollte, was eigentlich hinter allem steckt. Gleichzeitig bleiben die Figuren und ihre persönlichen Probleme ein wichtiger Bestandteil der Handlung – genau diese Mischung mag ich an der Reihe so gerne.

Besonders unterhaltsam fand ich dieses Mal auch Zorns private Schwierigkeiten. Wenn berufliche Ermittlungen und das Eheleben mit Frieda aufeinanderprallen, ist Ärger natürlich vorprogrammiert. Und wenn jemand besonders gut darin ist, sich selbst noch ein bisschen tiefer in Schwierigkeiten hineinzumanövrieren, dann ist es vermutlich Claudius Zorn. 🤭

Nach 15 Bänden könnte man meinen, dass sich eine Reihe irgendwann abnutzt. Bei Zorn ist das für mich bisher aber überhaupt nicht der Fall. Natürlich komme ich inzwischen auch wegen der Charaktere immer wieder zurück. Zorn und Schröder sind längst nicht mehr einfach nur zwei Ermittler, deren Fälle ich lese – nach so vielen gemeinsamen Büchern fühlt sich jedes Wiedersehen ein bisschen wie die Rückkehr zu alten Bekannten an.

Die Akte Heinlein hat mich deshalb wieder richtig gut unterhalten und gehört für mich tatsächlich zu den lustigeren Bänden der Reihe. Der Fall ist spannend und düster, gleichzeitig musste ich überraschend oft lachen – und Dumbo ist sowieso eine großartige Ergänzung. 🐾

Auch nach Band 15 habe ich Zorn und Schröder noch lange nicht satt. Solange Stephan Ludwig neue Fälle für die beiden schreibt, dürfen sie sehr gerne weiterhin einen festen Platz in meinem Bücherregal behalten. 🤍📚

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